Glossar

Wichtige Begriffe rund um Baufinanzierung und Immobilien

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A

Abgeschlossenheitsbescheinigung

Amtliches Dokument, das bestätigt, dass eine Wohnung baulich von anderen Einheiten getrennt ist – Voraussetzung für die Bildung von Wohnungseigentum.

Abschreibungen / AfA (Absetzung für Abnutzung)

Steuerliche Regelung, mit der Eigentümer den Wertverlust einer Immobilie über die Jahre steuerlich geltend machen können.

Amtlicher Lageplan

Ein Auszug aus dem Kataster, der die genaue Lage und Größe eines Grundstücks zeigt – nötig für Bauanträge.

Annuität

Die gleichbleibende monatliche Rate einer Baufinanzierung, die sich aus Zins und Tilgung zusammensetzt. Mit jeder Zahlung sinkt der Zinsanteil, der Tilgungsanteil steigt.

Annuitätendarlehen

Das klassische Baufinanzierungsdarlehen: gleichbleibende Rate über die gesamte Zinsbindungszeit, bestehend aus Zins und Tilgung.

Anschlussfinanzierung

Neues Darlehen, das nach Ablauf der Zinsbindung abgeschlossen wird, um die Restschuld weiter zu finanzieren.

Auflassungsvormerkung

Eintrag im Grundbuch, der den Anspruch des Käufers auf Eigentumsübertragung sichert, bis der Kauf endgültig vollzogen ist.

Aufteilungsplan

Zeichnung, die bei Wohnungseigentum die Aufteilung eines Gebäudes in einzelne Wohnungen und Gemeinschaftsflächen zeigt.

B

BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht)

Behörde, die Banken, Versicherer und Finanzdienstleister in Deutschland überwacht und reguliert.

Baukindergeld

Eine staatliche Förderung für Familien, die zwischen 2018 und 2023 beim erstmaligen Immobilienerwerb gewährt wurde. (Aktuell ausgelaufen.)

Bausparvertrag

Eine Kombination aus Sparplan und Darlehen: Erst wird Guthaben angespart, danach kann ein zinsgünstiges Darlehen genutzt werden.

Baubeschreibung

Dokument, das alle Bauleistungen, Materialien und Ausstattungsmerkmale eines Bauvorhabens detailliert aufführt.

Baugenehmigung

Amtliche Erlaubnis, ein Bauvorhaben auszuführen. Sie bestätigt, dass das Vorhaben den geltenden Bauvorschriften entspricht.

Baulast

Öffentlich-rechtliche Verpflichtung eines Grundstückseigentümers gegenüber der Baubehörde, z. B. für Zufahrtsrechte oder Abstandsflächen.

Baunebenkosten

Zusatzkosten beim Bau, etwa für Architekt, Genehmigungen, Vermessung, Hausanschlüsse und Versicherungen.

Bauträger

Unternehmen, das Grundstück und Bauleistung aus einer Hand anbietet. Der Käufer erwirbt die fertige Immobilie direkt vom Bauträger.

Bauzeitzinsen

Zinsen, die während der Bauphase anfallen, wenn das Darlehen schrittweise ausgezahlt wird.

Beleihungswert

Der vorsichtig ermittelte Wert einer Immobilie, den die Bank als Sicherheit ansetzt. Er liegt meist unter dem Kaufpreis.

Beleihungsauslauf

Das Verhältnis zwischen Darlehenshöhe und Beleihungswert. Je niedriger der Beleihungsauslauf, desto bessere Konditionen.

Bebauungsplan

Öffentlicher Plan der Gemeinde, der festlegt, wie Grundstücke bebaut werden dürfen (z. B. Geschosszahl, Dachform, Nutzung).

Bereitstellungszinsen

Zinsen, die anfallen, wenn das Darlehen nach Zusage nicht sofort ausgezahlt wird. Sie fallen meist nach 3 bis 12 Monaten an.

Beurkundung

Formelle Beglaubigung eines Vertrags durch den Notar, z. B. beim Immobilienkauf.

Bewirtschaftungskosten

Laufende Kosten einer Immobilie wie Instandhaltung, Verwaltung, Versicherung und Betriebskosten.

Bodenrichtwert

Von Gutachterausschüssen festgelegter durchschnittlicher Grundstückswert pro Quadratmeter in einer bestimmten Lage.

Bonität

Die Kreditwürdigkeit eines Antragstellers. Banken prüfen Einkommen, Ausgaben und SCHUFA-Daten, um das Ausfallrisiko zu bewerten.

Briefgrundschuld / Buchgrundschuld

Zwei Formen der Grundschuld: Mit Briefgrundschuld wird ein Grundschuldbrief ausgestellt, bei der Buchgrundschuld erfolgt nur ein Grundbucheintrag.

D

Darlehen

Ein Kreditbetrag, den die Bank zur Immobilienfinanzierung bereitstellt und der über eine festgelegte Laufzeit zurückgezahlt wird.

Denkmalschutz

Gesetzlicher Schutz historischer Gebäude. Sanierungen sind genehmigungspflichtig, bieten aber steuerliche Vorteile.

E

Effektivzins

Der tatsächliche Jahreszins, der alle Kosten (Zinsen, Gebühren) enthält. Bessere Vergleichsgröße als der Sollzins.

Eigenbedarfskündigung

Kündigung eines Mietverhältnisses, wenn der Eigentümer die Immobilie selbst oder für nahe Angehörige nutzen möchte.

Eigenheim

Selbstgenutzte Immobilie, meist Einfamilienhaus oder Eigentumswohnung.

Eigenkapital

Das eigene Geld, das in die Finanzierung eingebracht wird – z. B. Ersparnisse, Wertpapiere oder bereits vorhandenes Grundstück.

Eigenleistungen

Selbst ausgeführte Bauarbeiten durch den Bauherrn, die als „Muskelhypothek“ Eigenkapital ersetzen können.

Eigentümergrundschuld

Grundschuld, die auf den Eigentümer selbst eingetragen ist – meist zur späteren Kreditsicherung.

Eigentumswohnung

Wohnung, die Sondereigentum darstellt und mit einem Anteil am Gemeinschaftseigentum verbunden ist.

 

Einliegerwohnung

Abgeschlossene Wohnung innerhalb eines Einfamilienhauses, meist mit eigenem Zugang.

Energieausweis

Pflichtdokument, das den Energieverbrauch oder -bedarf eines Gebäudes ausweist.

Erbbaurecht / Erbbaupacht

Langfristiges Nutzungsrecht (meist 99 Jahre) an einem fremden Grundstück gegen Zahlung eines Erbbauzinses.

Ertragswert

Wert einer Immobilie auf Basis der erzielbaren Mieteinnahmen abzüglich Kosten – wichtig für Kapitalanleger.

Euribor

Europäischer Referenzzinssatz, an dem sich variable Bauzinsen orientieren.

F

Fertighaus

Haus aus vorgefertigten Bauteilen, das auf dem Grundstück in kurzer Zeit montiert wird.

Flurkarte

Amtlicher Lageplan mit Parzellengrenzen und Gebäuden, erhältlich beim Katasteramt.

Flurstück

Abgegrenzter Teil der Erdoberfläche mit eigener Flurstücksnummer im Kataster.

Forward-Darlehen

Ein Anschlussdarlehen, das bereits vor Ablauf der aktuellen Zinsbindung zu einem festen Zinssatz abgeschlossen wird.

Fremdkapital

Fremdmittel, die zur Finanzierung einer Immobilie aufgenommen werden – meist Bankdarlehen.

G

Gemeinschaftseigentum

Teile eines Gebäudes, die allen Eigentümern gemeinsam gehören, z. B. Dach oder Treppenhaus.

Grundbuch

Öffentliches Register beim Amtsgericht, in dem Eigentümer und Belastungen eines Grundstücks eingetragen sind.

Grundbuchauszug

Amtliches Dokument, das den aktuellen Stand der Eintragungen im Grundbuch zeigt.

Grunddienstbarkeit

Recht, das einem Dritten die Nutzung eines Grundstücksteils erlaubt, z. B. Wegerecht.

Grundschuldbestellung

Notarielle Erklärung, mit der eine Grundschuld zugunsten der Bank eingetragen wird.

Grunderwerbsteuer

Steuer, die beim Kauf einer Immobilie anfällt (je nach Bundesland 3,5 %–6,5 %).

Grundschuld

Das wichtigste Sicherungsmittel einer Bank. Sie wird ins Grundbuch eingetragen und sichert die Rückzahlung des Darlehens ab.

Grundsteuer

Jährliche Steuer auf den Besitz von Grundstücken und Gebäuden, erhoben von der Kommune.

Gutachten

Bewertung einer Immobilie durch einen Sachverständigen zur Ermittlung des Marktwerts.

H

Haushaltsrechnung

Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben zur Ermittlung der finanziellen Tragfähigkeit.

Hypothek

Grundpfandrecht zur Sicherung eines Darlehens – heute meist durch die Grundschuld ersetzt.

I

Immobilie

Unbewegliches Sachgut wie Haus, Wohnung oder Grundstück.

Instandhaltungskosten

Kosten für Reparaturen und Wartung zur Werterhaltung.

Instandhaltungsrücklage

Rücklage der Eigentümergemeinschaft für zukünftige Instandsetzungen am Gemeinschaftseigentum.

K

Kapitaldienst

Summe aus Zins und Tilgung, die monatlich an die Bank gezahlt wird.

Kaufnebenkosten

Zusatzkosten beim Immobilienkauf – Notar, Grundbuch, Makler, Grunderwerbsteuer.

KfW-Darlehen

Ein Förderdarlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit günstigen Zinsen und möglichen Zuschüssen, z. B. für energieeffizientes Bauen.

Kondition

Gesamtheit der Vertragsbedingungen eines Darlehens – Zins, Tilgung, Laufzeit etc.

Kreditvermittler

Dienstleister, der Baufinanzierungen vergleicht und vermittelt.

Kündigung

Beendigung eines Vertragsverhältnisses – bei Krediten nur unter bestimmten Bedingungen möglich.

M

Maklercourtage

Provision, die beim erfolgreichen Immobilienverkauf an den Makler gezahlt wird.

Modernisierung

Maßnahme zur Verbesserung des Wohnwerts oder der Energieeffizienz.

N

Nachfinanzierung

Zusätzliche Kreditaufnahme, wenn das ursprüngliche Darlehen nicht ausreicht.

Nachrangfinanzierung

Darlehen, das im Grundbuch nachrangig eingetragen ist – höheres Risiko, daher höhere Zinsen.

Nebenkosten (Kaufnebenkosten)

Zusatzkosten beim Immobilienkauf: Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten, Maklerprovision. Sie betragen meist 8–12 % des Kaufpreises.

Nichtabnahmeentschädigung

Gebühr der Bank, wenn ein zugesagtes Darlehen nicht abgerufen wird.

Notar

Jurist, der Immobilienkaufverträge beurkundet und Grundbucheintragungen veranlasst.

Notaranderkonto

Treuhandkonto, über das der Notar Kaufpreiszahlungen sicher abwickelt.

P

Pfandbriefe

Besicherte Schuldverschreibungen, mit denen Banken Immobilienkredite refinanzieren.

Prolongation

Verlängerung der bestehenden Finanzierung bei derselben Bank nach Ablauf der Zinsbindung.

R

Rangbescheinigung

Nachweis über die Rangstelle einer Grundschuld im Grundbuch.

Rangstelle

Reihenfolge, in der Gläubiger im Grundbuch abgesichert sind.

Rate

Monatlicher Betrag aus Zins und Tilgung.

Ratenkredit

Verbraucherkredit mit festen Monatsraten, nicht grundbuchlich gesichert.

Restschuld

Verbleibender Darlehensbetrag nach Ende der Zinsbindung.

Rückauflassungsvormerkung

Sichert dem Verkäufer ein Rückerwerbsrecht, falls Bedingungen nicht erfüllt werden.

S

SCHUFA

Die SCHUFA sammelt Daten zur Kreditwürdigkeit von Verbrauchern. Eine positive SCHUFA-Auskunft ist Voraussetzung für ein Darlehen.

Sicherheiten

Vermögenswerte zur Absicherung eines Kredits, z. B. Grundschuld oder Bürgschaft.

Sollzins

Der reine Zins, den die Bank für das Darlehen verlangt – ohne Zusatzkosten. Er ist Grundlage für die Berechnung der Rate.

Sondereigentum

Teile einer Immobilie, die einem Eigentümer allein gehören.

Sondertilgung

Zusätzliche Zahlung, die das Darlehen schneller reduziert.

Spekulationssteuer

Steuer auf Immobiliengewinne, wenn zwischen Kauf und Verkauf weniger als 10 Jahre liegen.

T

Teileigentum

Sondereigentum an nicht zu Wohnzwecken dienenden Räumen, z. B. Büro oder Laden.

Teilungserklärung

Notarielle Erklärung, die die Eigentumsverhältnisse an einem Gebäude regelt.

Tilgung

Der Teil der monatlichen Rate, der das Darlehen reduziert. Je höher die Tilgung, desto schneller ist der Kredit zurückgezahlt.

U

Umbauter Raum

Das Bauvolumen eines Gebäudes – wichtig für Kosten- und Versicherungsberechnung.

Umschuldung

Ablösung eines Kredits durch einen neuen – meist zur Zinsersparnis.

Unbedenklichkeitsbescheinigung

Nachweis des Finanzamts über die gezahlte Grunderwerbsteuer.

V

Variabler Zins

Zinssatz, der sich während der Laufzeit an den Markt anpasst.

Verbraucherkreditrichtlinie

EU-Vorgabe zum Schutz von Kreditnehmern mit Informations- und Widerrufsrechten.

Volltilgerdarlehen

Ein Darlehen, das innerhalb der vereinbarten Laufzeit vollständig zurückgezahlt wird – ohne Anschlussfinanzierung.

Vorfälligkeitsentschädigung

Gebühr bei vorzeitiger Kreditrückzahlung.

Vorkaufsrecht

Recht, eine Immobilie zu den gleichen Bedingungen zu erwerben wie ein Dritter.

W

Wertermittlung

Ermittlung des Immobilienwerts anhand Lage, Zustand und Nutzung.

Widerrufsrecht

Gesetzliches Recht, einen Kreditvertrag innerhalb von 14 Tagen zu widerrufen.

Wohnflächenberechnung

Ermittlung der anrechenbaren Wohnfläche nach der Wohnflächenverordnung.

Z

Zinsbindung

Zeitraum, in dem der vereinbarte Zinssatz festgeschrieben ist. Üblich sind 5 bis 20 Jahre.

Zuteilung

Beim Bausparvertrag der Zeitpunkt, ab dem das angesparte Guthaben und das Darlehen genutzt werden können.

Zweckerklärung

Vereinbarung, für welche Forderungen eine Grundschuld als Sicherheit dient.

 

Zwischenfinanzierung

Ein kurzfristiges Darlehen zur Überbrückung, z. B. bis ein Bausparvertrag zuteilungsreif ist oder eine alte Immobilie verkauft wurde.

Zwangsvollstreckung

Verwertung einer Immobilie durch die Bank bei Zahlungsausfall.